Karl schlögel, europa testet seine grenzen - frank schimmelfennig, osterweiterung: strategisches handeln und kollektive ideen - georg vobruba, expansion ohne erweiterung

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  • Publicado : 16 de enero de 2011
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Karl Schlögel, Europa testet seine Grenzen

Angesichts des Publikationsdatums dieses Aufsatzes (2004) ist die Grundbotschaft verständlich: Das alte Europa erfuhr mit derEU-Erweiterung von 2004 einen wesentlichen Einschnitt. Die Idee, dass die EU etwas westeuropäisches ist, ließ sich nicht mehr aufrecht erhalten. Anders ausgedrückt: Westeuropa als Synonym für die EuropäischeUnion wurde mit dem „E-day“ obsolet.
Sehr interessant ist, wie der Autor nachweist, wie groß dass Unwissen und die Skepsis der westeuropäischen Bevölkerung gegenüber dem unbekannten „Osten“ ist. Obwohlsich die EU immens erweitert hat, existiert auf einer mentalen Ebene noch immer eine west-europäische Zentrierung. Diese Erkenntnis scheint mir wesentlich zu sein, jedoch streift der Autor zu kurzdie Gründe für diese Uninformiertheit und negative Haltung gegenüber Osteuropa. Er reißt zwar kurz die wirtschaftliche „Rückständigkeit“ dieser Gebiete an, geht jedoch nicht weiter darauf ein. HöhereKriminalität, demokratische Defizite und schlichtweg die Angst vor dem Fremden/Unbekannten spielen eine wichtige Rolle in dem Bewusstsein der westeuropäischen Bevölkerung über Osteuropa (Niklas Luhmannsagt etwa alle Identitäten konstituieren sich über Negationen, insofern kommt der Abgrenzung für die Bildung einer kollektiven Identität eine wichtige Rolle zu) und lassen sich nicht einfach mit denBehauptungen abspeisen, dass dort wirtschaftliche und kulturelle Zentren ebenfalls existieren.
Besonders spannend finde ich die Beobachtungen, dass der ehemalige Osten geradezu als Antithese zumWesten stand und somit die „geistige Ökonomie“ Europas bestimmte. Nun da der Osten Europas als „Feind“ wegfällt, müssen andere Kulturen/Regionen herhalten. Hier hätte der Autor näher auf dieses Problemeingehen können, mE ist der in (West)Europa zu beobachtende Anti-Islamismus als eine der Konsequenzen dieses Phänomens zu verstehen. Im Großen und Ganzen stimme ich mit den Kernaussagen des Autors...
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