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Sprachenlernen und Sprachenzertifikate – Entwicklungen und Perspektiven
Albert Raasch, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

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Sprachenlernen und Sprachenzertifikate

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1.1 Die Situation
Das Lehren von Sprachen ist eine traditionsreiche und gleichwohl immer wieder überraschend neue Tätigkeit; Sprachlehrende wissen, dass jede Klasse und jeder Kurs unterschiedlichreagiert und jede Unterrichtsstunde anders verläuft als vorausgesehen oder als „das letzte Mal“, verschieden je nach Zusammensetzung der Gruppe, je nach Stoff, nach Lehrbuch, nach Disposition der Lehrenden und der Lernenden. Das Unterrichten ist daher eine ungemein kreative Tätigkeit, die hohe Anforderungen an die Fähigkeiten und an die Flexibilität der Lehrkräfte stellt. Wenn viel Zeit zur Verfügungsteht, dann können die Lehrenden ihre „Kunst“ an die nachwachsenden Lehrkräfte so weitergeben, wie der Lehrling und der Geselle sich die Kompetenz von ihrem Meister absehen. Aber wo ist diese Zeit vorhanden und wo ist diese Gelegenheit gegeben? – Der Bedarf an Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen ist ungeheuer gestiegen, die Internationalisierung des Lebens hat das Bedürfnis nach dem Erlernen vonFremdsprachen erheblich gesteigert; – die vielfältigen Möglichkeiten der Begegnung über die Grenzen hinweg führen zu neuen Anforderungen an die Didaktik und Methodik; – über die Vermittlung von Sprachen wurden neue Erkenntnisse und Bedingungen erschlossen, die nur mit Hilfe von Spezialisierungen zu bewältigen sind, und so wird das Lehren von Sprachen heute von den verschiedensten Fachleutengefördert, die sich in unterschiedlichen Spezialgebieten auskennen wie Bedarfsanalysen, autonomes Lernen, audiovisuelle Medien, strukturale Sprachbeschreibung, Sprechintentionen, Pragmalinguistik, psycholinguistische Theorien, computergesteuertes Lernen, vernetztes Denken usw. Diese Anforderungen und Spezialisierungen haben Dimensionen erreicht, die es der einzelnen Lehrkraft fast unmöglich machen denÜberblick zu behalten und Grundlagen für gesicherte pädagogische Entscheidungen im Sprachunterricht zur Verfügung zu haben.

1.2 Rückblick
Als in den 60er und 70er Jahren die Persönlichkeit des Lernenden als eigentlicher Mittelpunkt des Lehr-/Lerngeschehens entdeckt wurde (während vorher das Lehren und die Person des Lehrenden im Zentrum des Interesses gestanden hatten), ergab sich die Möglichkeit,die spezialisierten Erkenntnisse und Entdeckungen auf eben diesen Fixpunkt zu beziehen: „Lernerorientierung“ wurde das Kriterium für die Auswahl und die Bewertung aller Vorschläge, ob es sich nun um die Auswahl der sprachlichen Materialien, der Themen, des Wortschatzes, der Unterrichtsmedien usw. oder um die angemessenen methodischen Maßnahmen, die Konzepte der Lehrerrolle, die Vorschläge für dieLehrersprache,

12 die organisatorischen Strukturen des Unterrichts und die Anregungen für die Lerneraktivitäten handelte... und handelt, denn diese Phase, die vor nunmehr ca. 30 Jahren begann, ist auch heute – 1999 – keineswegs zu Ende. Das Bemühen um den Lernenden, das die Didaktik und Methodik in dieser Phase determiniert, hat frühere Phasen abgelöst, die als „fremdbestimmt“ erkannt wordensind und die seinerzeit von der traditionellen bzw. der strukturalen Linguistik, der Unterrichtstechnologie, der Philosophie der Lehrerzentriertheit oder einer einseitig orientierten Landeskunde bestimmt wurden. Diese Orientierung an den Lernenden, an ihren Lernbedürfnissen, Lernzielen und Lernmöglichkeiten hat die Entwicklung des modernen Sprachunterrichts seit Mitte der 60er Jahre geprägt und sieliegt auch dem hier vorgelegten revidierten Konzept zugrunde. Darin liegt die Kontinuität des modernen Sprachunterrichts begründet; die Revision beruht also auf der Fortschreibung eines unverändert fortbestehendes Ansatzes, der den Unterricht in der Erwachsenenbildung charakterisiert. Der Ansatz lässt sich folgendermaßen beschreiben: Die Lernerorientierung der Zertifikate wird dadurch...
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