Wettlauf mit der zeit

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„Ökologisch produzieren und besser leben“ ... ... im Wettlauf mit der Zeit
Gerd Schnepel*, bei Sano y Salvo ...
Als „cooperante“ arbeite ich als „Facilitator“ und Berater bei „Sano y Salvo“, einer ökologisch anbauenden Bauernorganisation im feuchttropischen Südosten Nicaraguas. Seit 1977 bin ich im Biolandbau „autodidaktisch“ tätig, denn studiert hatte ich Politische Wissenschaften undSoziologie in Erlangen, gemacht aber vor allem Verlag und Verkauf „linker Bücher“. Biolandbau lernte ich sehr praktisch in Oberfranken und Washington State („East of the Rocky Mountains“), theoretisch im Gespräch mit anderen, aus Büchern, auf Kursen (am Emerson College in Südengland z. B.) und durch die Mitarbeit bei IFOAM, dem Weltdachverband des Biolandbaus – www.ifoam.org . In den sandinistischenAchtzigerjahren arbeitete ich sechs Jahre in der Kriegsregion des Südostens am Aufbau des ersten Biolandbauprojekts Nicaraguas überhaupt, zusammen mit nicaraguanischen Campesinos und Campesinas. Dies führte unter anderem 1983 zur Heirat mit der Tochter des Nachbarbauern ... Heute arbeitet letztere - Elba Rivera- zusammen mit mir am neuen „Projekt“, nachdem sie in Deutschland den Magister inErziehungswissenschaften und Politologie machte (Tübingen!), ich 2 Jahre als Lateinamerikakoordinator bei IFOAM und dann 7 Jahre in der Geschäftsstelle von Dienste in Übersee, der Entwicklungshelfervermittlungsagentur der EKD, gearbeitet hatte und wir dann 1998 mit Lo-anmí (damals 10) und Sharif (damals 4) wieder nach Nicaragua gingen. In diesem Jahr 2004 werde ich 61 („Si Dios quiere“, fügt Elba, 40,hinzu). Lo-anmí (16) studiert an der URACCAN – Universidad de las Regiones Autónomas de la Costa Caribe Nicaragüense – und Sharif (10) geht in unsere Montessorischule, spricht aber schon ein "Deutsch komisches". ...

Des Bauern letzte Hintertür „Letzte Woche konnte ich nicht zur Versammlung kommen, ich musste ein Problem lösen“, sagt don José Daniel aus El Escobín. Auf Nachfragen erfahren wir, dassdas Problem darin bestand, die Schulden sofort und ohne weiteren Aufschub abtragen zu müssen, und die Lösung war, den größten Teil der Finca zu verkaufen. Mit dem Kredit einer ausländischen Entwicklungshilfeorganisation hatte er unter anderem 15 Zentner Bohnensaatgut gekauft ... Die übliche Niedrigernte sowie weitere vorangegangene Fehlschläge brachten Don Daniel jetzt diesen Verlust ein: dasChiliprojekt irgendwelcher italienischer „Auftraggeber“ hat nicht funktioniert, die Händler aus Costa Rica versprechen Wunder für Maniok- und QuequisqueKnollen - wenn es dann aber zur Ernte kommt, hat „der Markt“ die Preise „leider abstürzen“ lassen. Andere Projekte empfehlen alle möglichen Maßnahmen, Vorkehrungen und ökonomischen Tricks, um mit z. B. den Bohnen nicht zur Haupternte- und –angebotszeit,sondern erst auf den Markt zu gehen, wenn die Preise wieder hoch sind - nur sind die Ernten so niedrig und der Geldbedarf der Familie so groß, dass kaum jemand sich das Warten leisten kann. Und zu allem Unheil des Marktes kommt die nicht umgehbare, natürliche Ausgangssituation: auf den Böden des ehemaligen Regenwaldes lassen sich nicht ungestraft jahrzehntelang die nicht standortgerechtenAnbaumethoden anwenden. Don José Daniel hat einen Hinterausgang gefunden, noch einmal und gerade noch möglich: es gibt das Naturschutzgebiet „Punta Gorda“, die Pufferzone der Regenwaldreservation „Indio-Maíz“. Dort unterliegt der Landbau Restriktionen, mehr oder weniger durchgesetzt und schmackhaft gemacht von Umweltministerium, Polizei, Armee und GTZ, unter anderem sind Kauf und Verkauf „eigentlich“verboten. Wegen dieser Unsicherheit und Illegalität ist das Land sehr billig. Don Daniel kaufte also neues Land dazu, für 100 Córdobas die Manzana, was 7 Euro für den Hektar sind! Naturschutzgebiet und Regenwald sind die zwei Teile des
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Beinahe unveröffentlichter Text von 2002, leicht überarbeitet ...

-2Tätigkeitsgebietes von „Sano y Salvo“, die noch nicht so „heruntergekommen“ sind wie der...
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