Autobiografía - un género?

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Ruprecht-Karls Universität Heidelberg Romanisches Seminar PS II – Autobiographie

Autobiographie – eine Gattung?
Es ist so lange her mit den alten Geschichten, sie müssen alle von neuem erfunden werden. (Kügelgen – „Lebenserinnerungen eines alten Mannes“)

Inhalt

1. Einleitung
2. Autobiographie – eine Gattung?
2.1 Der Gattungsbegriff
2.2 Autobiographie
3. Coto Vedado alsAutobiographie?
4. Fazit
5. Bibliographie

1. Einleitung

Selbstreflexion und Sinngebung sind zwei elementare Bestandteile, die vor allem im späteren Verlauf des Lebens immer mehr an Bedeutung gewinnen. Je weiter die eigene Existenz voranschreitet und je näher damit die unausweichliche Finalität menschlichen Daseins bewusst wird, desto wichtiger wird die Frage, was schließlich die Quintessenz deseigenen Seins war, welche Stationen man durchlaufen hat und welche Ziele erreicht wurden bzw. nicht erlangt worden sind. Damit einhergehend ist oft auch der Wunsch zu beobachten die „Lehren“, die man aus seinem Leben gezogen hat, der Nachwelt zu hinterlassen. Schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit finden sich dementsprechend Zeugnisse über das Leben und Wirken von (hauptsächlich bedeutenden)Personen der Zeitgeschichte. Diese „autobiographischen1 Hinterlassenschaften“ finden sich bereits bei den alten Ägyptern und durchziehen die Menschheitsgeschichte wie ein roter Faden.2 Das vermehrte Aufkommen der Autobiographie, vor allem in der westlichen Sphäre der Welt seit der Zeit der Aufklärung wirft aber auch Fragen auf. Im Zentrum der literaturwissenschaftlichen Debatte steht dabei dieFrage ob man einen Gattungsbegriff, der alle wesentlichen Bestandteile dieser Form von Literatur beinhaltet, entwickeln kann, ob und wenn ja, wie sehr er sich in der jüngeren Geschichte verändert hat, wie er von anderen Gattungen abgegrenzt werden kann und ob es sich bei autobiographischen Werken wirklich um eine „Gattung" handelt. Die folgende Arbeit gliedert sich in drei Schritte. Zuerst soll dieDebatte um den Gattungsbegriff auf Basis von Ausführungen zum Wesen der Autobiographie umrissen werden und die unterschiedlichen Standpunkte bzw. Spannungsverhältnisse deutlich gemacht werden bevor in einem zweiten Schritt exemplarisch am Werk Coto Vedado von Juan Goytisolo die Erkenntnisse angewendet werden. Den Schluss bilden eine kurze Zusammenfassung und ein Resumée über das Wesen derAutobiographie.

2. Autobiographie – eine Gattung?

Das wesentliche Element der Autobiographie ist die angenommene oder behauptete Identität von Erzähler und Hauptfigur des Geschehens. Der Begriff, der sich aus dem griechischen entlehnt, schreibt dies explizit fest: Autobiographie: αυτο (seiner, ihrer selbst), βιος (Leben, Lebenszeit), γραφειν (schreiben, malen, ritzen).4 Während autobiographischeElemente zwar auch in den Ländern des Orients zu finden sind,5 so wird der eigentliche Beginn bewussten autobiographischen Schaffens mithin bei Augustinus gesehen, dessen Confessiones (ca. 400 n. Chr.) durch ihre Neuartigkeit – gattungskonstituierend für die Autobiographieforschung waren hierbei die kontinuierliche Darstellung des Lebens und die Selbstreflexion des

Schreibenden – den Beginn derabendländischen, autobiographischen Schaffensperiode markieren.6 Zu behaupten, dass sich dieser durch Augustinus aufgekommene Gattungsbegriff losgelöst von jeglicher Kritik und Veränderung bis in die heutige Zeit erhalten hat ist sicherlich falsch. Hierfür sprechen schon die zahlreichen gattungstheoretischen Abhandlungen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Die zentrale Frage, die sich jedochaus heutiger Perspektive stellt, ist: Kann man überhaupt von einer Gattung der Autobiographie sprechen, oder sind autobiographische Elemente nur überdurchschnittlich oft Bestandteil bestimmter Textsorten?

2.1 Der Gattungsbegriff

Ein wesentlicher Merkmalszug der Literaturwissenschaft ist, Konstanten zu erkennen, die über einzelne Texte als Bestandteil eines zu untersuchenden Korpus...
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